Philosophisches

Darf ich ein Buch hassen?

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Wie schon erwähnt, wollte ich nochmal auf das Thema „Hassbuch“ zurückkommen.

Um dieses Thema ging es nämlich gestern bei einer Leser-Challenge, an der ich aktuell teilnehme (und auch weiterhin teilnehmen werde! Dieser Beitrag soll nur meine persönlichen Gedanken widerspiegeln und ist in keinster Weise gegen die Initiatoren dieser Challenge und deren Teilnehmer gerichtet).

Die Aufgabe der gestrigen und dritten Tagesaufgabe bestand darin, das persönliche, absolute Hassbuch vorzustellen.

Prompt habe ich mir eine Frage gestellt:
Darf ich ein Buch hassen?

Ich finde, nein.
Natürlich sind auch mir schon Bücher und Geschichten untergekommen, die mich nicht packen konnten, die ich langweilig fand und die ich vielleicht auch vorzeitig abgebrochen habe. Aber dann haben mir diese Bücher schlicht und einfach nicht gefallen. Aber mir würde nie in den Sinn kommen zu sagen, dass ich sie hasse.

Warum?
Weil ich weiß, wie viel Arbeit in einem Buch steckt. Welche Strecke eine Geschichte hinter sich hat, von der Idee, über das Manuskript, bis hin zum fertigen Buch in meinem Regal.
Und weil ich weiß, wie viel Schweiß, Kummer und Tränen ein Autor in seine Geschichten packt.
Diese Arbeit, der Enthusiasmus eines Autors sind meines Erachtens nach zu würdigen. Auch wenn das Buch vielleicht nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.
Ja, ich kann sagen, dass mir ein Buch nicht gefallen hat. Ich kann auch erklären und begründen, was genau mir daran nicht gefallen hat. Aber ich würde nie sagen, dass ich es hasse.

Kein Buch hat Hass verdient.
Die einen mögen Buch xy, die anderen mögen Buch xy eben nicht. Whatever?!
Es kann eben nicht jeder alles mögen.
Unterschiedliche Geschmäcker sind doch schließlich was tolles! Die Welt wäre doch nur schwarz-weiß, wenn jeder den gleichen Geschmack hätte und wir alle nur das gleiche mögen würden.

Hass bringe ich ganz anderen Dingen auf dieser Welt entgegen!
In Bücher und deren Geschichten kann ich flüchten, mich verkriechen.
Übrigens ein weiterer Grund, warum ich Bücher nicht hassen könnte.

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5 Kommentare zu „Darf ich ein Buch hassen?

  1. Ich finde Hass auch eine unglaublich starke Emotion für ein Buch, welches ja letztendlich bloß ein Ding ist.
    Also klar, Bücher sollen schon irgendwie Emotionen hervorrufen. Ich bin gerührt oder hasse einen Protagonisten oder ich ekel mich vor der Geschichte oder was auch immer, aber das Buch an sich hassen, finde ich eine ziemlich heftige Reaktion.
    Ich kann den Schreibstil doof finden, langweilig oder wunderbar, ich kann die Charaktere lahm finden oder genial, ich kann die Geschichte mitreißend finden oder aber eher 0815 – aber hassen?
    Das finde ich schon sehr übertrieben …

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  2. Huhu,

    also ich kann nicht zustimmen. Genauso wenig wie Aussagen, dass man Menschen nicht hassen darf, was ich auch schon oft gehört habe. Hass ist eine Emotion und keine bewusste Aktion und damit genauso wenig zu kontrollieren wie Liebe.

    Ich habe aktuell keinen Menschen, den ich hasse. Aber viele Bücher. Bücher, die ich nicht möge, langweilen mich, oder lassen mich mit zu vielen Fragen zurück. Aber Bücher, die bewusst Dinge verbreiten, die schädlich sind? Oder Bücher, die sich selbst unglaublich wichtig finden und von oben herab geschrieben sind? Und Bücher, die regelrecht Betrug sind? Ich habe einmal einen Autor gefunden, der den gleichen Inhalt unter vier verschiedenen Titeln im selben Verlag verlegt hat, ohne dass das nur verschiedene Editionen gewesen wären. Warum soll ich mich da dafür schämen, dass ich hasse? Und vor allem: Wie bitte soll ich eine Emotion abstellen?

    Ich finde es schön, wenn du nie so ein Buch gefunden hast, das das wirklich in dir auslöste. Aber bei Emotionen gibt es kein dürfen. Nur fühlen.

    Liebe Grüße,
    Taaya

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  3. Hey Jessica,
    ich kann deinem Beitrag zustimmen. Hass ist so eine starke Emotion, die man sich für „besondere“ Gelegenheiten aufsparen und möglichst ganz ganz selten im Leben fühlen sollte. Wie du schon sagst: Ich kann ein Buch nicht mögen, langweilig finden, etc. aber hassen? Mir erschließt sich nicht, warum ich ein Buch hassen sollte. Für mich wäre, ein Buch zu hassen, wirklich verschwendete Energie.
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende
    Yvonne

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